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28.09.2022

Aktuelles vom Schlossherr

Die neuesten Infos zum Schloss finden Sie im Schlossherren Blog

 

28.09.2022

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12.11.2022

Ein (ungewöhnlicher) Start für unser Schlosshotel

Aus einem leerstehenden und in die Jahre gekommenen Schloss mal eben ein Schlosshotel zu machen, ist ein sportliches Vorhaben, insbesondere inmitten unserer wilden Zeit, welche bestimmt wird durch Material und Personalknappheit, fehlenden Lieferketten und explodierenden Energiepreisen.

Planung und Theorie sind eine Sache. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens, mit allem was dazu gehört, eine ganz andere. Auf rund 3.000 QM Innenfläche schluckt es Einrichtungen in rauhen Mengen – und dabei sieht es manchmal immer noch leer aus. Es ist nunmal ein Schloss.

Oder aber die Besorgung von Handwerkern und Mitarbeitern – und das noch zu einem vernünftigen Preis, so dass am Ende trotzdem alles im umsetzbaren Rahmen bleibt. Manchmal schaue ich selbst ungläubig darauf, was wir bis jetzt schon alles erreicht haben, trotz aller Umstände. Entsprechend der Weisheit „weniger Reden und mehr machen“, gibt es am Ende immer einen Weg.

Mit manchen Dingen waren wir im Zeitplan, mit anderen nicht. Unsere Zimmer hätten wir aufgrund der langen Lieferzeiten von Möbeln nicht pünktlich fertigstellen können. Auch unsere Gastronomie konnten wir aufgrund der schwierigen Personalbeschaffung noch nicht vollständig eröffnen.

Zuindest unser Schlosscafe konnten wir außen- und innen im Schloss schon mal in Betrieb nehmen. In Kürze folgt das Restaurant, mit Mittagstisch und a la carte für den Abend. Unser Team wächst und bald sind wir komplett.

Inmitten des Aufbaus und der Beschaffung unseres Hotels bat uns der Landkreis Saale-Orla in seiner Not um Unterbringungsmöglichkeiten darum, unsere Zimmerkapazitäten doch zeitlich begrenzt für ukrainische Kriegsflüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Nach einiger Überlegung stimmte ich dem Projekt zu und so beherbergen wir bis zu  140 Menschen hier bei uns im Schloss – wenn auch nur für einige wenige Monate.

Für uns ist es eine wichtige Testphase, in der wir – ähnlich wie Windows im abgesicherten Modus – unser Schlosshotel austesten können, unter zumindest hotelähnlichen Bedingungen. Wir können unsere Abläufe testen, unsere Mitarbeiter, unsere Ausstattung. Wir sehen was schon gut läuft und wo wir noch nachbessern müssen. Wir können uns in allen künftigen Bereichen entwickeln und heranwachsen, so dass wir im kommenden Jahr, wenn unsere ukrainischen Gäste uns wieder verlassen haben, als vollwertiges Schlosshotel an den Markt gehen, mit einer erprobten Mannschaft und eingesteuerten Abläufen. Wir haben zudem die Zeit gewonnen, die wir brauchen, um das Schloss zu Ende zu entwickeln. Sei es in der Beschaffung und Ausstattung des Hauses oder der Entwicklung des Teams. Wir sammeln während dieses Testbetriebs unglaublich wichtige Erfahrungen, die wir später brauchen werden, um unseren künftigen Gästen zu liefern, was man von einem ordentlichen Schlosshotel erwarten wird.

Darüber hinaus nehmen wir dem Landkreis in Zeiten der Not über 100 Menschen ab, die hier menschenwürdig und geordnet untergebracht und verpflegt sind. Auch eine gewisse Betreuung der Mesnchen wird nicht zu letzt durch uns gewährleistet, denn auch die Landratsämter in Deutschland haben nicht soviel Personal, um hunderte oder tausende Menschen persönlich zu Betreuen. Es gibt viele Fragen und viel zu tun in einem fremden Land und ohne unsere Sprache zu sprechen.

Mit viel Mühe haben wir uns in dieses Projekt hineingestürzt und setzen dieses um. Hausregeln, interne Abläufe, Kinderbeschäftigung, alles sprachlich Übersetzt in Schriftstücken, aber auch in gemeinsamen persönlichen Meetings mit mir und allen Bewohnern – die Mühen haben sich ausgezahlt.  Wir haben dankbare, freundliche und vorallem hilfsbereite Menschen hier bei uns untergebracht, die sehr zu schätzen wissen, dass sie bei uns sein dürfen und nicht in einem Großlager oder einer Turnhalle, wo alle auf Matratzen auf dem Boden schlafen müssen, mit Sammelduschen, oder veralteten Barracken und ähnlichen Verhältnissen.

Ich kann sagen, dass wir stolz darauf sind, hieraus ein so vorbildliches Projekt gemacht zu haben. Es gibt wohl kaum Einrichtungen, an denen es so geordnet und ruhig zugeht, wie bei uns im Schloss Oppurg. Vielleicht liegt es daran, dass die Menschen hier betreut werden und das man sich Mühe gibt.

Die Entscheidung hier als „werdendes“ Hotel zu unterstützen, war richtig. Alle haben gewonnen. Der Landkreis, dem wir den Druck zumindest für bis zu 140 Menschen etwas nehmen konnten, die Bevölkerung, denen man nicht wieder ihre Turnhallen weg nehmen musste, die Flüchtlinge, die bei uns zumindest menschenwürdig, geordnet und gut betreut untergebracht sind und natürlich auch wir selbst, da wir diesen so wertvollen Testbetrieb nutzen können und die Zeit gewonnen haben, das Schlosshotel ordentlich zu Ende zu entwickeln, bis es bald vollständig als solches an den Markt geht. Das Schloss stabilisiert sich in jeder Hinsicht.

Ein zugegeben ungewöhnlicher, aber sehr guter Start, für die Zukunft des Schlosses in seiner neuen Rolle als Schlosshotel.

03.11.2022

Aus dem Dornrößchenschlaf erweckt…

Als ich Ende 2017 anfing in Thüringen Immobilien zur späteren Altersversorgung zu kaufen, hätte ich mir nicht träumen lassen, dass ich auch einmal ein Schloss übernehmen würde.

1978 geboren und in der alten Welt mit alten Werten aufgewachsen, zähle ich womöglich auch zu den letzten meiner Art, mit mit meinem Hang zu alten Gemäuern oder alten Fahrzeugen. Es waren schon immer Dinge mit Seele u. Charakter, die ich erstrebenswert fand.

Aus einfachen Verhältnissen stammend und letztlich mit nichts als meinen Träumen und Vorstellungen in der Tasche, waren beseelte Immobilien wie Villen, Herrenhäuser oder gar Schlösser von Haus aus unereichbar für mich. Dennoch habe ich sie nie aus den Augen gelassen. Es sollte über zwanzig Jahre dauern um wirtschaftlich überhaupt erst in finanzielle Reichweite solcher Objekte zu kommen, mit allen Höhen und Tiefen. Bei meinen früheren Besuchen in Thüringen fiel mir stets auf, wieviele wunderbrare alte Objekte es hier noch gibt, die tolle Geschichten inne halten und etwas darstellen.

Im Jahr 2018 war es dann soweit und ich erstand zwei eindrucksvolle Fabrikantenvillen im benachbarten Pößneck. Während der Herrichtung und Belebung dieser Häuser wurde ich  gefragt, ob ich mir vorstellen könne, auch das Schloss Oppurg zu übernehmen, um auch dieses wieder zu beleben.

Rund zwanzig Jahre war das schöne Schloss mit seiner langen und interesannten Geschichte nicht für die Öffentlichkeit zugänglich oder nutzbar, – seit dem 31.12.2017 stand es sogar leer. Es drohte ein Verfall.

Es folgten mehrere Besichtigungen, umfangreiche Konzeptionsarbeiten mit entsprechenden Planungen und viele Gespräche mit dem Land Thüringen. Nach langen Wegen konnte ich im Dezember 2021 das Schloss Oppurg notariell final erwerben – der Weg war endlich frei.

Innerhalb von 6 Monaten haben wir das gesamte Schloss entrümpelt, vollständig renoviert, teilmöbliert, eine Profigastroküche höchster Klasse auf Maß geplant und gebaut, über 20 Mitarbeiter eingestellt und gemäß den jeweils gegebenen Möglichkeiten, auch schon die ersten kleinen Öffnungsschritte vollzogen, wie ZB. unser Schlosscafe.

Ebenso wie die Menschen aus der näheren Umgebung waren auch wir ungeduldig und voller Vorfreude, konnten aber in diesen aktuell unruhigen Zeiten aufgrund verspäteter Materiallieferungen oder auch fehlendem Personal nicht immer alles so schnell umsetzten, wie vielleicht gedacht oder gewünscht. Gemessen an der Vergangenheit des Schlosses jedoch, reisen wir gefühlt durchaus mit Lichtgeschwindigkeit, auch wenn es von außen nicht immer so erscheinen mag.

Das Schloss muss nun in seine neue Aufgabe als Schlosshotel hineinwachsen und das braucht nunmal seine Zeit.

Ziel ist es, aus Schloss Oppurg ein hochwertiges Schlosshotel zu machen, mit einer gehobenen Gastronomie in edlem Ambiente, passend für viele Anlässe wie Hochzeiten, Ferierlichkeiten, Seminare- oder Tagungen, einfach nur zum Mittag- oder Abendessen, oder zum Kaffe, Tee & Kuchen, für die Menschen in der Region und um Besucher und Urlauber aus ganz Deutschland und aller Welt nach Thüringen zu bringen.

Warum? Weil ein Schloss ohne ständige finanzielle Hilfe von außen nur dann alleine bestehen kann, wenn es hochfrequentiert genutzt wird, am besten von vielen verschiedenen Zielgruppen. Nur durch eine hohe Nutzungsfrequenz des Schlosses kann der (kostenintensive) laufende Betrieb und eine dauerafte Instandhaltung dieser zeitlosen und wichtigen historischen Denkmähler gewährleistet werden – jedenfalls wenn es nicht durch die öffentliche Hand geschehen soll, die letztlich nunmal auch ihre Grenzen hat, auch wenn das nicht immer jedem klar zu sein scheint.

So geht es mir zum einen darum, das Schloss langfristig durch eine stabile Nutzung autark zu machen, dass es ohne Hilfe von außen uns auch weiter überdauern kann, in all seiner Schönheit und Pracht.

Zum anderen soll es den Menschen wieder als „zeitlose Konstante“ dienen, in einer Zeit wo nichts mehr konstant zu sein scheint. Etwas worauf man sich verlassen kann, einen Ort der sich eben nicht verändert, an dem die Welt noch so ist, wie wir sie kennen und schätzen. Einen Ort an dem die Zeit nur langsam vergeht, so dass wir wieder zum Atmen kommen, zum lächeln, an dem sich einfach ein gutes Gefühl einstellt, ein vertrautes Gefühl mit dem wir uns wohlfühlen, ein Ort an dem wir einfach nur „sind“.

So bietet heutzutage eine langsame Stunde im Schlosscafe bei gutem englischen Tee durchaus ein Stück echte Lebensqualität – mindestens für alle Liebhaber der alten Welt.

Für das malerische Saale-Orla Tal soll es auch als weiterer kleiner Wirtschaftsmotor dienen, sei es durch seine 20-30 Arbeitsplätze, der künftigen Gewerbesteuern für die Gemeinde, oder auch durch eine angemessene Belebung des Tourismus für die schöne und doch kaum genutzte Region. Es gibt hier viel zu sehen und zu tun. Thüringen ist immer eine Reise wert, auch ins Saale-Orla Tal mit seinen Schätzen. Das Schloss Oppurg soll hier einen Impuls setzen.

Das ist mein Anspruch als neuer Schlossherr für das Schloss Oppurg mit dem ich in die Fußstapfen meiner meist interesannten Vorgänger trete. Ich werde diese wunderbare und nachhaltige Aufgabe umsetzen, für mich, für meine Mitarbeiter, für unsere Gäste und Besucher, egal wo Sie herkommen mögen, weswegen sie da sind, oder wie lange sie bei uns bleiben möchten.

Wir bedanken uns bei allen Unterstützern und Freunden, die uns hierbei begleiten. Ebenso danken wir für das entgegengebrachte Verständnis, wenn einmal noch nicht alles perfekt läuft und freuen uns auf alle künftigen Gäste und Besucher des Schlosses.

Aktuelles vom Schlossherrn